SG NARVA Berlin e.V.

60-minütiger Arroganzabschütteltanz

SG Ajax/Altglienicke III – SG NARVA IV 19:20 (10:13)

Die Welt ist ungerecht. Da kämpft eine Mannschaft Spieltag für Spieltag, lässt sich von häufigen Rückschlägen in der Saison nicht unterkriegen und tritt Woche für Woche mit der Motivation an: „Heute ist es soweit.“

Gemeint ist das Schlusslicht der Liga, SG Ajax/Altglienicke III. Und am letzten Sonntag wäre es auch fast soweit gewesen. Gegen eine desolate NARVA IV mussten sie sich am Ende mit einem Tor Rückstand geschlagen geben. Die Welt ist ungerecht.

Über eine Niederlage gegen den sieglosen Tabellenletzten der Bezirksliga Staffel B hätte sich die Vierte auch nicht im Ansatz beschweren dürfen. Es ist bezeichnend, dass in diesem Spiel die Torhüter der NARVA IV die besten Spieler waren.

Mit der Sporthalle der Grundschule Am Mohnweg ergab sich der passende Spielort. Für Erstklässler sind hier Bilder zur Orientierung an die Kabinentüren gemalt worden. An der Kabinentür der NARVA IV grüßte eine Schildkröte. Die Welt ist also auch ironisch.

Das neue Maskottchen im Herzen tragend begann die Vierte zunächst gut und zog gleich zu Anfang auf ein 0:3 davon. Anscheinend war die Mannschaft der Meinung, dass dieses Spiel damit schon durch war. Dem Brauch nach dauert ein Handballspiel aber nun einmal 60 Minuten und hört eine Mannschaft auf zu spielen, freut sich die andere. Ajax überholte auf 4:3. Erst bei einem Spielstand von 9:7 Mitte der ersten Hälfte reichte es der NARVA IV und sie erbarmte sich, wieder mitzumachen. In diesen Minuten erreichte sie das erste und auch gleich letzte Mal an diesem Sonntag Normalform. Bei einem Spielstand von 10:13 wurden die ersten 30 Minuten abgepfiffen.

Das Positivste bis zu diesem Moment war für die Mannschaft, dass Knorri erst zum Pausentee kam. Aber man hatte an diesem Tag sowieso mehr Glück als Verstand.

Kurz nach Wiederanpfiff stellte sich auf der Bank selbst mit einem 5-Tore-Vorsprung nicht das Gefühl ein, dass die Mannschaft diesen Sieg sicher nach Hause bringen könnte. Zu zerfahren wurden die Angriffe gespielt, zu häufig fand man den gegnerischen Torwart als Ziel attraktiver als das Tor. Somit konnte Ajax nochmals auf 16:17 aufschließen. Zum Glück für NARVA IV konnte danach ein entscheidender 3-Tore-Vorsprung herausgearbeitet werden, 17:20.

In einer hektischen Schlussphase mit insgesamt sechs 2-Minuten-Strafen in den letzten 10 Minuten gelang es der Vierten, den Vorsprung über die Zeit zu retten. 19:20 der Endstand.

Als Witz des Wochenendes klettert NARVA IV mit dieser Leistung auf Platz 7 in der Liga und hat nur einen Punkt Rückstand auf Platz 4. Das darf man eigentlich keinem erzählen… (by F. Gill)

Kader:
M.Jonas, A.Barrado (3/1), P.Meinert (2), M.Kümmig, D.Seefeldt (2), M.Sager (3), S.Adrian (2/1), A.Sommer (5/2), T.Mielke (1), M.Sommer (1), L.Steinmetz (1), K.Nitzsche, O.Knorr

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.