SG NARVA Berlin e.V.

Auf die Stärken besonnen

4. Männer – SG OSF IV 30:26 (15:12)

Noch immer lautet das Ziel der Vierten in der kommenden Saison in der Stadtliga zu spielen. Ein Vorhaben, das durch wacklige Auftritte in Gefahr geriet, in größere Ferne zu verschwinden. Umso wichtiger werden in solchen Situationen Begegnungen gegen vermeintlich leichtere Gegner.

Am vergangenen Sonntag war mit der SG OSF Berlin IV so ein Gegner zu Gast, der nur zwei Siege aus sieben Spielen auf dem Konto hatte. NARVA IV war also in der für sie noch immer ungewohnten Favoritenrolle. Entgegen der bisherigen Strategie der Mannschaft, sich dem Niveau des Gegners anzupassen oder es noch zu unterbieten, sollte jetzt ein Sieg her, der der Favoritenrolle gerecht wird. Steffi motivierte die Mannschaft noch vor dem Anpfiff mit kleinen Zetteln, auf denen sie die Stärke jedes einzelnen notiert hatte. Netterweise verzichtete sie dabei auf Sarkasmus und Ironie (Danke Steffi!). Über traurige Emoticons hätte sich der eine oder andere nach den letzten Auftritten nicht beschweren dürfen.

Schon in den ersten zehn Minuten schienen die Zettel ihre Wirkung zu entfalten. Die große Problemzone der jüngeren Vergangenheit, das Defensivzentrum, wurde von einem sehr schnellen, beweglichen Philipp gestopft. Als wäre Götterbote Hermes nun Türsteher griff er sich seine Gegenspieler und überbrachte die Nachricht: „Heute geschlossene Veranstaltung und schon gar nicht mit diesen Schuhen.“ Leider kassierte Philipp schon in der ersten Hälfte zwei 2-Minuten-Strafen. Aber auch das gehört zu Vierten. Wenn sie gut spielt, muss das noch lange nichts mit Cleverness zu tun haben. Der Rest der ersten 30 Minuten ist schnell erzählt. Durch den Anwurf durfte die SG OSF den ersten Treffer erzielen und hatte so das erste und letzte Mal die Führung auf ihrer Seite. Fortan nahm die Vierte das Spiel in die Hand und ging mit 15:12 in die Kabine.

Für die zweite Hälfte konnte es deshalb nur heißen: In der Offensive weiter so und hinten mehr Beton anrühren. Zu Beginn konnte dies auch umgesetzt werden und die Vierte baute ihren Vorsprung aus. Aber wie so häufig kam es zu einem Bruch im Spiel der NARVA IV. Als das Spiel unterbrochen wurde, weil ein Spieler von OSF nicht auf dem Spielberichtsbogen zu finden war, verlor die Mannschaft die Konzentration. Anscheinend fragte sich jeder auf der Platte, ob er mit dem vergessenen Spieler reden sollte; nicht dass seine Gefühle verletzt wurden. Nach einem 18:13 kam OSF auf 20:18 heran.

Glücklicherweise öffnete Antonio rechtzeitig sein inneres Gefrierfach und entließ seine Gefühlskälte mit einem trockenen Treffer nach einem Tempogegenstoß und weckte die Mannschaft wieder. Nachdem sie auf ein 28:22 stellte, konnte auch die Trainerin langsam ihren Puls runterfahren und erstmals die Schlussphase eines Spiels entspannter betrachten. Mit dem Abpfiff stand es 30:26.

Ein großes Kompliment muss einmal mehr Knorri gemacht werden. Es ist schön zu sehen, dass er den Gegner im Spiel genauso nervt, wie seine Mannschaftskollegen im Training. Außerdem ist bemerkenswert, dass sechs Tore von den Rechtsaußen erzielt wurden, vermutlich ein Saisonrekord.

Somit gab es nur ein trauriges Emoticon nach dem Spiel. Tobi konnte sich als einziger Feldspieler nicht in die Torschützenliste eintragen, aber dafür hat er vor dem Spiel länger als alle anderen geschlafen.

Kader:
O.Knorr, P.Meinert (3), A.Barrado (3), M.Kümmig (3), D.Seefeldt (1), K.Nitzsche (1), L.Steinmetz (4), B.Reizner (3), T.Mielke, M.Bergmann (8), S.Adrian (3), M.Jonas, S.Bleckert (1)

(F. Gill)

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