SG NARVA Berlin e.V.

Auswärtsaufstiegsieg

TuS Hellersdorf II – SG NARVA III 26:27 (14:15)

Unser sonntäglicher Ausflug führte zu unserem östlichsten Staffelkonkurrenten nach Hellersdorf. Gern spricht man an dieser Stelle von Vorzeichen. Unsere waren gut: ein zumindest auf dem Papier schlagbarer Gegner, ein 2. Tabellenplatz und Verstärkung durch die Ü32. Letztere sogar mit dem Schwung eines Erfolges gegen den Verbandsligaersten. Und nach mehrjähriger Abstinenz konnte eine Legende der Dritten für ein Spiel wieder aktiviert werden – Jens Brenner.

Entgegen unseren Erwartungen hatte die TuS mit ihrem Halbrechten eine echte Waffe im Rückraum. Von Beginn an versuchte die Heimmannschaft, diesen in eine gute Wurfposition zu bringen. Sowohl aus einfachen als auch aus Dreierwechseln kam die gegnerische Nummer 31 zu Treffern. Unsere Abwehr dachte zunächst, 11m sind weit genug weg. Hier traf man allerdings auf jemanden, der Wurfkraft und Zielgenauigkeit auch aus der Entfernung zu nutzen wusste. Eine Umstellung in der Defensive brachte zwar mehr Stabilität in der Mitte, doch nun kamen die anderen Hellersdorfer durch einfaches „Durchwandern“ zum Torerfolg. Wenigstens trafen wir vorne durch schöne Einzelaktionen. Micha H. konnte beweisen, dass er nach wie vor einen großartigen Wackler hat. Unser aller Sachse zimmerte den Ball aus Halbrechter Position ins Eckige, Homer netzte von links ein und Mäuschen ist beim Handball weit mehr als „nur“ Pop. Somit konnte sich kein Team wirklich absetzen. 15:14 für uns zur Pause.

Teamchef für diesen Tag war Schulle und der rüttelte noch mal richtig wach in der Kabine. Musste er auch, wollte er nicht einen glatten Fehlstart auf der Bank der Dritten hinlegen. Patric hatte in der Vorwoche einen klaren Sieg als Trainer eingefahren. Und der Druck auf Schulle war dementsprechend hoch.

Im Tor der TuS fand sich nun ein 2 m Hüne, der uns noch viel Kopfzerbrechen bereiten sollte. Doch zunächst fing es gut an. Unsere Abwehr besann sich auf ihre Qualitäten und auch die Torhüter steigerten sich nun. Leider wurden schön erkämpfte Bälle durch technische Fehler einfach gleich wieder weggeworfen. Im „besten“ Fall bedankte sich der Gegner mit einem leichten Tor. Bis zur 45 min hatten wir einen 3 Tore-Vorsprung erkämpft. Ab dann hielt besagter Torwart reihenweise unsere Bälle. In dieser Phase gab einen Siebenmeter für uns. Im Nachhinein muss dann doch noch folgende Frage geklärt werden: Zuchti, der Typ war über 2m und wog wahrscheinlich 140kg. Und du willst durch ihn durchwerfen? Selbstredend kein Tor. Wir scheiterten bestimmt 5 mal in Folge am gut aufgelegten Goalie und die Randberliner trafen. Es stand nicht gut um uns und die Hektik auf beiden Seiten nahm zu.

Genau in dieser Phase kam das Kuriosum der Saison. In Höhe der Mittelinie bekommt ein Hellersdorfer den Ball…prellt… verliert den Ball…guckt ihm unsicher nach, will ihn, um „2 x“ zu verhindern, nicht wieder aufnehmen, entscheidet sich dann aber doch um. „Doppelt, Doppelt“ schreit die NARVA-Fangemeinde und frohlockt ob des Ballgewinns. Und tatsächlich, ein Pfiff schallt durch die Halle. Freiwurf! Ja, aber für TuS. Kein Navaristi in einem Radius von 5m und Freiwurf für den Gegner? Uns lag ein „Du, sorry Schiri, wie bitte?“ auf den Lippen, doch wir hatten die altehrwürdigen Gramzow/ Neumann vor uns. Und ja, wir respektieren Ältere. Die Jungs vom Kampfgericht haben wahrscheinlich heute blaue Oberschenkel vom Draufklopfen.

Vier Minuten vor dem Ende lagen wir mit einem Tor hinten. Unsere Abwehr stemmte sich aufopferungsvoll gegen die drohende Niederlage. Steal – und das Inventar eines Sanitätshauses rennt auf das gegnerische Tor. Heber, drin, Ausgleich – super Micha! Auch der folgende Angriff des Gastgebers kann wieder von uns entschärft werden. Vorne trifft Zuchti! „Super Zuchti – den 7m vorhin hat es nie gegeben!“ Im Gegenzug kommen wir leicht in Ballbesitz. Nun heißt es die letzte Minute runterzuspielen. Rene passt auf den freistehenden Simon. Der verwirft. Noch 30 Sekunden zu spielen. Kai lenkt den letzten Ball der Hellersdorfer an die Latte. Gehalten, Sieg und vielleicht der Aufstieg.

Siege müssen nicht immer schön sein und dieser war es wirklich nur vom Ergebnis, aber wer fragt danach? Nicht mal Schulle, der uns schon in der Pause klarmachte, ein Tor vorne reicht. (by AP)

Dreiseitel, Köhler

Berger (6), Scheibner (4), Jurzitza (4), Reisner (3), Hagen (3), Örtel (2), Scheil (2), Cordier (2), Brenner (1), Schulz, Pilatzek

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