SG NARVA Berlin e.V.

Die Vierte besiegt FES II und Testosteronspiegel

4. Männer – SG FES II 24:21 (11:8)

Nach dem geglückten Auftakt in Charlottenburg wollte NARVA IV im ersten Heimspiel der Saison nachlegen. Als erster Gast kam FES II zu Besuch, ein alter Bekannter. Bereits in den letzten beiden Spielzeiten stritt man sich um die Punkte. Somit taugte FES II als erste Standortbestimmung. An ihnen konnte abgelesen werden, was die Vierte in den letzten Wochen dazugelernt hat und in welchen Bereichen weiterhin Nachholbedarf besteht.

Gefordert wurde vom Trainerstab, das schnelle Spiel nach vorn durchzusetzen, sich nicht von der zu erwartenden harten Gangart des Gegners abschrecken zu lassen und vor allem auf keine Sperenzien einzugehen. Zum Leidwesen der Trainer sind ihre Spieler aber so sehr kommunikativ, dass sie Anweisungen gern mehrmals hören möchten und die Anweisungen deshalb gelegentlich links liegen lassen. So zumindest in der ersten Hälfte.

Mit einer vollen Zuschauerbank im Rücken und einer gut ausgestatteten Auswechselbank ging die Vierte ins Spiel. Keine der beiden Mannschaften schaffte es zunächst, sich abzusetzen und so warfen beide im Gleichschritt ihre Tore. Mitte der ersten Hälfte schien es, als ob NARVA IV sich deutlich absetzen könnte. Aber bei einem 3-Tore-Vorsprung wurde es den Spielern zunehmend wichtiger, ihren Testosteronspiegel mit der gegnerischen Mannschaft vergleichen zu wollen. Immer wieder kam es zu versteckten Fouls, die einer Revanche bedurften, einen Bruch im Spiel verursachten und einem Gespräch zwischen Alice Schwarzer und Sigmund Freud regen Diskussionsstoff geboten hätten. Während die Vierte auf dem Feld böse den Gegner anschaute, hätten sich einige bei einem Blick auf ihre Trainerin wohl sofort hinter einem Schrank versteckt. Mit Unverständnis, warum ihre Mannschaft unnötig 7-Meter verursachte und sich 2-Minuten-Strafen einhandelte, verpasste sie ihr in der Auszeit einen Einlauf und verlangte, die Konzentration wieder auf den eigenen Handball zu verlagern. Nach einem zwischenzeitlichen Ausgleichen durch FES II ging es mit einem 11:8 zum Abkühlen in die Kabine.

Hier wurde nochmals darauf hingewiesen, dass das Spiel gewonnen werden sollte und nicht irgendwelche persönlichen Duelle. Das eigene Spielniveau sei hoch genug, die Punkte sicher zu holen, weshalb gleich zu Beginn der zweiten 30 Minuten ein ordentlicher Vorsprung erarbeitet werden musste.

Zu Anfang der zweiten Hälfte entstand der Eindruck, dass die Mannschaft für den Sieg ein Kommunikationsdefizit in Kauf nehmen würde und den Toreabstand auf 6 erhöhte. Vielleicht wohlmeinend mit den Zuschauern ließ die Vierte dann aber nach. In der Offensive passierte lange nichts mehr und hinten durfte FES II Tor um Tor aus dem Rückraum werfen, so dass sie auf 16:15 stellen konnten. Zum Glück für NARVA IV überzog FES II ihre Aufholjagd und wurde dafür mit vielen 2-Minuten-Strafen bedacht. Von insgesamt 9 Zeitstrafen erhielten sie 7 in der zweiten Hälfte, 6 davon in den letzten 18 Minuten. Im Vergleich dazu erhielt die Vierte nur noch eine Zeitstrafe.
Anzukreiden ist der Mannschaft dabei, dass sie bei so häufigen Überzahlspielen ihre Chancen liegen ließ, das Spiel schon früh für sich zu entschieden. Zum Ende ergab sich somit nur eine 3-Tore-Führung bei 24:21.

Mit diesem Arbeitssieg gewinnt die Vierte auch das zweite von zwei Spielen in dieser Saison und zeigt, dass sie mittlerweile in der Lage ist, Spiele zu gewinnen, die vor Jahresfrist verloren gegangen wären. Allein fehlt es aber noch ein Stück weit an Souveränität.

Kader:
T. Lewe, O. Knorr, P. Meinert (6), A. Barrado (6/5), M. Kümmig (2), D. Seefeldt, F. Gill, K. Nitzsche (4), L. Steinmetz, B. Reizner, T. Mielke, M. Bergmann, M. Sager (4), S. Bleckert (2)

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