SG NARVA Berlin e.V.

Ein Spiel der Besonderheiten

Pfeffersport – 2. Männer 18:27 (8:12)

Samstagabend, 20 Uhr: Turbolentes trug sich auf den Fußballplätzen dieser Republik zuvor und währenddessen zu, als sich die Zwote zum ersten Mal mit dem „gepfefferten Handballsport“ auseinandersetzen durfte. Besonders war zudem, dass sich A-Jugend Keeper Kasburg vor der Saison für leistungsorientierten Sport entschied und damit seinen Heimatverein verließ, der inzwischen 17-jährige Rubljev (Anfänge ebenfalls bei Pfefferwerk) sein Männer-Debüt gab und der allseits beliebte Felix „Obst“ Rucht nach langer Verletzungspause wieder mit Trikot auf der Bank saß, um wenigstens mal für einen Strafwurf das Parkett zu betreten.

Alles andere als ein deutlicher Erfolg beim Schlusslicht der Stadtliga A stand im Vorfeld nicht zur Debatte, jedoch spielte in der Anfangsphase nur der Gegner bzw. unser Keeper am emotionalen Optimum. Grundsätzlich funktionierte die Defensive gegen den aus dem Rückraum weniger gefährlichen Kontrahenten, hatte nur mit Einläufern und weiteren Kreisanspielen etwas Probleme. Vorn sah das hingegen zunächst grausam aus. Abspielfehler, vorschnelle Abschlüsse und eine Quote von 0 Prozent von den Außenpositionen ließen das Heimteam für etwa 20 Minuten (6:6) im Glauben, tatsächlich etwas Zählbares aus dieser Partie mitnehmen zu können. Dann wurden die Wurfquote gemeinsam mit der Umkehrbewegung besser und stellte bis zur Pause ein 8:12 her.

Zufrieden konnten damit jedoch eigentlich nur die Gastgeber sein, denn unsere Offensive ließ unsere „Klatschpappen“ auf der Tribüne bisher nur wenig euphorisch zur Geltung kommen.

Aus der Kabine kamen unsere Farben immer noch etwas gehemmt (11:13/35. Minute), ehe Pfeffersport gegen unsere Deckung nur noch ganz wenig einfiel. Ergebnis war der kontinuierliche Ausbau der Führung (11:18), die auch von einer Disqualifikation (hier hätten 2min gereicht) begünstigt wurde. Dann jedoch der erste Höhepunkt der nun schon entschiedenen Partie: Rubljev, zuvor bei zwei Versuchen gescheitert, netzte zum 11:19 sein erstes Tor als „Erwachsener“ unter großem Jubel der Bank und auch der Tribüne. Getoppt wurde diese Lautstärke nur noch, als Rucht in der 53. Minute zum Strafwurf antrat und diesen verwandelte (14:24). Das vorsichtige Ende einer neunmonatigen Leidenszeit, die noch etwas mehr Geduld für den kompletten Einsatz dann im kommenden Jahr braucht. Schließlich zeigte sich unsere Vertretung wohl emotional so angefasst von diesen Eindrücken, dass vergessen wurde, dem Spiel einen deutlicheren Ausgang zu geben.

Fazit: Pflichtsieg, Arbeitssieg mit grandiosen Emotionen, die sonst nur beim „Großen Fest der 100.000 Weihnachtslichter“ am Samstagabend im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu bestaunen sind.

Tor: Kasburg, Czirson

Feld: Sparr (8/5), Wittstock (7), Kretzer (4), Reitzig, Co. (3), Koch (1), Klippel (1), Nguyen (1), Rubljev (1), Rucht (1/1), Surrow