SG NARVA Berlin e.V.

Erleichterung nach Derbysieg

In einem absolut intensiven und hochklassigen Spiel gewinnt die u17 im Spiel Erster gegen Zweiter verdient mit 24:21 (12:10) und wahrt ihre Chance, Berliner Meister zu werden

Dieses Spiel hatte einfach alles, was sich ein Handballfan von seinem Sport wünscht. Tolle Abwehrreihen, intensive Zweikämpfe, Tempo und schöne Kombinationen im Angriff. Dazu noch ein spielerisch tolles Niveau und Dramatik. Das war definitiv Werbung für den Sport auch außerhalb der Sportschule und das von beiden Teams.

Welcher Zuschauer erwartet bitte 10Uhr morgens ein Spitzenspiel der Verbandsliga? Scheinbar viele. In der sehr gut gefüllten Sporthalle in der Gürtelstraße trafen sich die Anwärter auf den Meistertitel und kreuzten ihre Schwerter. Im Hinspiel war es der SG NARVA vergönnt, den Sieg davon zu tragen. Vor allem wegen der fehlenden Wechselmöglichkeiten beim PSV hatte man sich die 2 Punkte erarbeitet. Dieses Mal sollte alles anders werden. 11 Spieler brachten die Gäste mit, größtenteils 97er Baujahr. Es würde also noch schwieriger als im Hinspiel werden, zudem sich die Spieler im Internet schon das ein oder andere Wortgefecht lieferten und dem Duell somit noch mehr Brisanz verliehen. Besonders für die C-Jugendlichen Paul und Dennis, die fest zum Personal der u17 gehören, war es ein ganz besonderes Spiel, weil sie vor der Saison vom PSV gewechselt waren. Besonders in der Crunchtime waren die beiden es, die eiskalt von Außen vollstreckten. Dazu später mehr.

Wen sollte es wundern: Die Maßgabe für das Spiel änderte sich im Vergleich zur Vorwoche überhaupt nicht. Würde man gewinnen, wäre der Treppchenplatz so gut wie sicher. Würde man verlieren, rückt jegliche Mitsprache im Kampf um die Meisterschaft in weite Ferne. Anders als vor Wochenfrist gegen Hermsdorf war man sofort wach und aktiv (trotz der Anwurfzeit). Zu Beginn waren es die Abwehrreihen und die Torhüter, die das Spiel dominierten. Die Angriffsmotoren liefen erst nach 5 Minuten richtig an (1:1). Zu erst war es der der Gäste, der funktionierte. Obwohl die Jungs wussten, was das Positionsspiel des PSVs mit sich brachte, ließen sie kurzzeitig nach in energischen Zweikämpfen und fanden den Abstand zum Gegenspieler nicht. Beim 2:4 war dann genug der Gastfreundschaft. Das Tempospiel der u17 kam zum Tragen. Die 1. und 2. Welle lief wunderbar, man erspielte sich leichte Chancen und begann, diese zu nutzen. Dadurch angetrieben fand die Deckung wieder zu sich und engte die Kreise der Achse Jansen/Fiebig geschickt ein, sodass man beim 6:5 erstmalig in Führung ging. Auch die Deckungsreihe der Gäste, die als gefährlichste Waffe beim Gegner ausgemacht wurde, konnte glänzen. Das Spiel wurde zu einer wahren Abwehrschlacht. Trotz gut gespielter Auslösen und wenigen technischen Fehlern waren es vor allem die Torhüter und deren Vorderleute, die glänzen konnten. Was die Jungs jedoch entschieden besser machten, war das Tempospiel. Jeder Ballgewinn wurde umgehend in die 1. und 2. Phase gebracht, auf die die Gäste wenig zu antworten hatten. Dies war der Faktor für die 2-Tore-Führung zur Halbzeit! 12:10.

Während des Pausentees wurde der weitere Schlachtplan besprochen. Im Prinzip blieb die Marschroute die gleiche. Die Hauptakteure des PSV waren ausgemacht und sollten in Angriff und Abwehr energisch bekämpft werden, damit sie irgendwann die Puste verlieren und Fehlentscheidungen treffen bzw. die Verantwortung meiden.

Der zweite Durchgang ging gleich schlecht los, denn zwei Tore aus dem rechten Rückraum standen sicherlich nicht auf dem Zettel der u17, auch weil bis dato die Seite komplett abgemeldet war. Leichte Unkonzentriertheiten machten sich erst hinten und dann auch vorne breit. Man war wieder zu weit weg vom Gegenspieler, sodass leichte Rückraumtore aus 10m kassiert wurden, die es zu verhindern galt. Außerdem versuchte der PSV durch eine wesentlich aggressivere Deckung, den Angriffsbemühungen der u17 Einhalt zu gebieten. Vor allem Anton (2000er) kassierte mehrmals ziemlich herbe, ungeahndete Fouls, schluckte seinen Frust allerdings runter und spielte wie letzte Woche eine exzellente Partie bis zu seiner verletzungsbedingten Herausnahme. Der Lohn der Nachlässigkeiten: 14:14.

Die Mannschaft und die Trainer ließen sich von dem Szenario jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Kleine Wechsel sorgten dafür, dass sich die Gesamtheit wieder fand. Micha auf der Mitte drehte nach Antons Herausnahme einen Gang hoch, wodurch die Achse Micha/Richard/Hannes plötzlich ins Rollen kam. Richard übernahm im Zusammenspiel mit Hannes am Kreis ganz viel Verantwortung, nachdem er von Micha in Szene gesetzt wurde. Das Spiel wurde fortan über diese Konstellation entschieden, obwohl PSV sein besten Abwerhrspieler zur Verteidigung dort abstellten. Das Team belohnte sich und ging mit 18:15 in Führung, ehe die Auszeit der Gäste kam, die ihre Abwehr etwas umstellten und Max Jüstel ins Spiel brachten, der dem Angriff der Jungs wirklich ziemlich zusetzte. Über ihn kam der PSV zu leichten Ballgewinnen und Kontertoren, sodass das Spiel beim 20:19 wieder vollkommen offen war. Auszeit u17. 5 Minuten noch zu spielen.

Was danach folgte, war die „Philipp Kozik Show“. Bis dato kein wirklicher Faktor fürs Spiel, redeten die Trainer ihm in der Auszeit nochmal ins Gewissen, dass das Spiel jetzt entschieden werde und damit seine Zeit gekommen sei. Dass sich diese Worte als weise herausstellen sollten, konnte niemand ahnen. 2 7m hielt er in der Folgzeit (PSV verwandelte keinen Strafwurf) und mehrere freie Bälle. Zum Schluss warfen die Gäste den Ball sogar lieber neben das Tor, als nochmal am u17-Torwart zu scheitern. Angetrieben von der starken Leistung waren es nun die Außenspieler, die sich nochmal in Szene setzten. 3 der letzten 4 Tore wurden über die Außen geworfen. Paul und Dennis hat es sicherlich gefreut, in dieser entscheidenen Phase ihren alten Kollegen die Tore „zu gönnen“. Unterm Strich stand ein 24:21-Erfolg zu Buche, den man sich redlich verdiente.

Die Zuschauer in der Halle (auch die, die sich nicht so häufig B-Jugendspiele anschauten) waren schier begeistert von der Partie. Beide Seiten boten wirklich tollen, attraktiven Handall, der Spaß machte.

Der u17 kann man einen gewaltigen Sprung in der Entwicklung attestieren (mal wieder). Das gesamte Spiel wird immer flüssiger, die einzelnen Mannschaftsteile harmonieren miteinander, weil jeder seinem Nebenmann vertraut und mit ihm spielen will. So kann es weitergehen. Mit dieser gezeigten Leistung wird die u17 kein Spiel mehr in der Saison verlieren.

Leider – muss man schon fast sagen – hat das Team nun nur noch ein Spiel gegen einen direkten Konkurrenten. Am letzten Spieltag kommt die bis jetzt punktgleiche SG TMBW zu den Jungs in die Halle. Gut ist allerdings, dass man nur einen Minuspunkt mehr hat als die SG OSF (-5), die noch alle Teams bespielen muss, die Berliner Meister werden wollen. Genauso verhält es sich mit TMBW (-6), PSV (-6) und Hermsdorf (-8), die sich alle gegenseitig die Punkte wegnehmen werden.

Was bedeutet das für die Jungs? Weiter Gas geben und gegen die vermeintlich schwächeren Teams, ohne sich eine Blöße zu geben, marschieren. Dafür darf man sich auf keinen Lorbeeren ausruhen. Weitermachen heißt die Devise! In 4 Wochen ist das nächste Spiel. Zu Hause wird Ajax die u17 besuchen, die ein sehr unangenehmer Gegner sein werden.

Weiter geht’s! (by O.O.)

P. Kozik
H. Klum, M. Schäler (je 5), R. Rabenalt (4), P. Neugebauer, D. Bellmann (je 3), P. Rennspieß (2), N. Wiesner, A. Karpe (je 1), T. Kroggel, J. Ansohn (je 0), R. Kurzweil (n.e.)

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