SG NARVA Berlin e.V.

Gewonnen, verloren und doch nur unentschieden

Die U17 der SG NARVA kommt gegen die SG OSF mit einem blauen Auge davon und spielt 27:27 unentschieden

Der Startschuss zur neuen Saison wurde unlängst gegeben, als man sich vor Wochenfrist mit Z88 im Pokal messen musste und dort schon nicht allzu sehr zufrieden sein konnte mit der eigenen Leistung. Wie ein roter Faden setzt sich genau das fort, was letzte Woche schon schief lief: Man ließ die Konsequenz vorne wie hinten vermissen, die man in der Vorbereitung noch dauerhaft abrufen konnte. Zwei Vergleiche mit den Schönebergern ließen immer die NARVA-Jungs als Gewinner vom Feld gehen. Das sollte sich an dem Tag ändern.

Anfangs fanden die Jungs keinen echten Zugang zum Spiel. Halbherzig wurden Auslösen gespielt, der Ball wurde nicht schnell gemacht. Die riesigen Schöneberger brauchten sich in ihrer defensiven 5:1 Formation kaum seitwärts bewegen. In der Offensive überraschten die Gäste allerdings mit dynamischen Tempowechseln, die der Abwehr der Hausherren arg zusetzten. Viele 1:1 Situationen wurden verloren, die Abwehr arbeitete zu wenig als Verbund, sodass der Kreisspieler des Gegners immer wieder von den großgewachsenen Rückraumspielern angespielt werden konnte. Nach dem 2:6 folgte dann das Team-Timeout der Heimmannschaft, um zu prüfen, ob man die Bereitschaft in der Palisadenstraße liegen ließ oder man doch nochmal aufwachen und endlich gegenhalten wollte.
In der Folgezeit nahm man dann tatsächlich am Spiel teil und konnte bis zur Pause sogar mit 14:13 in Führung gehen. Was war denn da passiert? Plötzlich verdiente sich die Abwehr ihren Namen, sodass viele Ballgewinne in leichte Tore umgemünzt werden konnten. Mit dem Positionsspiel haderte man trotzdem noch. Dennoch: Endlich war die Handbremse gelöst.

In der zweiten Hälfte sollte es dann doch hoffentlich so weitergehen. Pustekuchen. OSF reagierte auf unsere Einzelmanndeckung gegen ihren überragenden Akteur mit einem unkonventionellen Gerenne, das zumeist sogar mit einem Tor belohnt wurde. Die Jungs vermochten es nicht, klare Zuteilungen zu behalten. Konnte man die Abwehrleistung vorne erstmal noch kompensieren (17:14), war spätestens nach der Manndeckung gegen Richard der Angriff ins Stocken geraten. Man sah sich einer 5+1 gegenüber. Hat man noch nie gesehen, weiß man nicht, wie man bespielen soll. Irgendwie so müssen die Gedankengänge ausgesehen haben. Die Bälle wurden reihenweise verschenkt und schon stand es 19:20. Frei nach dem Motto: „Wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech dazu!“ versagten plötzlich bei noch so guten Chancen die Nerven der Jungs. Die Folge war ein 22:25 Rückstand. Die Auszeit musste her. Same words as in the break (altes Trainersprichwort)! Läuft (25:26)! In den letzten Minuten hätte man den Sieger auch auswürfeln können. Beide Teams zeigten Nerven. Die Jungs vergaben noch einen 7m und einen Konter, der Gegner einen 7m (den einzigen) und beging einen Regelfehler. Endstand: 27:27.

Alles in allem ist die U17 mit einem blauen Auge davon gekommen. Es fehlt bei zu vielen noch das Selbstbewusstsein, Führungsaufgaben zu übernehmen. Dass die Qualität dafür bei vielen gegeben ist, zeigt die ausgeglichene Statistik. Daran muss gearbeitet werden. Genauso wie an einem flüssigeren Spiel. Der Ball muss schneller und druckvoller gespielt werden. Man hält sich viel zu sehr mit Standhandball und prellen auf.
Die nächsten Wochen werden allerdings kaum leichter. Die nächsten Spiele bestreiten die Jungs wieder gegen Topfavoriten der Liga. Nächste Woche geht’s nach Hermsdorf, danach zu PSV. Nach diesen Spielen kann man dann auch ein erstes Fazit ziehen, wohin die Reise endgültig gehen wird.

Kozik, Kluge
Ansohn (5), Neugebauer (4/3), Klum, Rennspieß, Wiesner, Bellmann (je 3), Rabenalt, Kroggel (je 2), Karpe, Kurzweil (n.e.)

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