SG NARVA Berlin e.V.

Kleinigkeiten entscheiden

In einem tollen Verbandsligaspiel unterliegt die u17 der SG OSF letztendlich verdient mit 22:24 (12:11), kann das Spielfeld aber mit erhobenem Haupt verlassen

Nach dem Abpfiff hingen bei allen die Köpfe. Man musste sich geschlagen geben. Die zweite Woche hintereinander. War es gegen TMBW noch selbstverschuldet, dass man nicht gewinnen konnte, setzte sich am Sonntagvormittag die Mannschaft durch, die mehr Glück hatte und auch das Quäntchen mehr Willen zu Tage förderte.
Die Voraussetzungen waren schlicht und ergreifend eindeutig. OSF war unseren Jungs körperlich meilenweit überlegen. Zu diesen physischen Vorteilen zeichnete sich die Konstitution der Halle als ein Plus für die Heimmannschaft ab. Die Geisberg-Halle ist etwas kleiner. Es sprach viel gegen die u17, die ihr Heil immer in der Flucht nach vorne suchte und das Spiel versuchte, ganz breit zu machen, um die langen Kerls in die Seitwärtsbewegung zu bekommen. Das klappte richtig gut, war aber auch richtig anstrengend. Das ist Handball. Die körperbetonte, aber stets faire Partie wurde von den beiden Trainern der Teams geleitet, die einen ausgesprochen souveränen Job machten und vielleicht mal überlegen sollten, sich nebenbei mit der Pfeiferei ein paar Taler dazu zu verdienen.


Man schaffte es von Beginn an mit engagierter Abwehrarbeit die Schöneberger im Angriff vor Probleme zu stellen., sodass man sich einen minimalen Vorsprung herausarbeiten konnte. Vorne lief der Ball in hohem Tempo. Es wurde fantastisch kombiniert und so erspielte man sich immer wieder freie Bälle von der 6m Linie. Nach einer 3-Tore-Führung in der 15. Minute bemerkte man allerdings so langsam, dass dieses intensive Spiel der Jungs kaum Bestand haben konnte, wenn man nicht früh begann zu wechseln. Leider entstand durch die Wechsel ein kleiner Bruch im Spiel. Die Abwehr war zur Stelle, konnte aber nicht mehr entscheidend stören und vorne stockte der Spielfluss etwas. Nichtsdestotrotz erkämpfte man sich eine 12:11 Pausenführung und konnte mit der bis dato gezeigten Leistung sehr zufrieden sein.

Nicht nachlassen und an den Spielbeginn anknüpfen, als man sich Bälle in der Abwehr erkämpfte und OSF kaum durchkam, lautete die Devise.

Der zweite Durchgang gestaltete sich leider etwas anders als erwartet. Die Schöneberger schickten nun all ihre langen Kerls aufs Feld und rührten in der Abwehr Beton an. Angeführt von einem starken Lars Wilke auf der Mitte stand die Deckung der Gastgeber viel aggressiver als in Durchgang eins. Unsere Jungs verloren allerdings ein wenig den Kopf und verrannten sich in Einzelaktionen oder das Spiel über die Mitte, statt weiter in die Breite zu gehen, um so in gefährliche Positionen zu kommen. Man merkte von außen, dass jedem jeder Zweikampf richtig wehtat. Hier machte sich die ältere Bank des Heimteams bemerkbar. Während bei der u17 Jungs auf der Bank saßen, die normalerweise eine Jugend tiefer spielen, konnte OSF eine Kante auswechseln, um die nächste zu bringen. Es fehlten die körperlichen Mittel. Die u15-Spieler wären an der Schöneberger Deckung kaputt gegangen, deswegen kam niemand von ihnen im Rückraum zu Einsatz. Die 98er mussten es richten und fanden trotz vieler Brechstangenaktionen den Weg zum Tor. Doch auch beim Abschluss förderte man einen Faktor für die Niederlage zutage. Pfosten rein oder Pfosten raus? Das ist hier die Frage. Während der gastgebende Keeper 5(!!!) freie Bälle nacheinander hielt und danach nochmal eben so viele ans Alu gingen, waren die Schöneberg mit 3 Toren in Front.

Plötzlich hingen die Köpfe und die Köprersprache war sehr negativ. In der Auszeit wurde genau das thematisiert. Weiter machen. Kopf hoch. Die Chancen sind gut.  Leider reichte es in der Folgezeit nicht mehr, den Abstand zu verringern. Alle waren platt, ein letztes Aufbäumen unrealistisch und so siegten die Schöneberger letztendlich verdient im Spitzenspiel, das sich seinen Namen auch redlich verdiente.

Mund abputzen und weitermachen. Entschieden ist noch gar nichts. Die Liga ist und bleibt spannend bis zum Schluss. PSV hat sich an die Spitze geschoben und hat einen Punkt Vorsprung.

Für die u17 geht es gleich hart weiter. Am kommenden Donnerstag spielt man im HVB-Pokal gegen die SG AC/Eintracht Berlin ums Weiterkommen. Anpfiff ist 18:45Uhr in der Luckenwalder Str. Danach ist Winterpause, ehe es in die entscheidenen Spiele um die Meisterschaft geht.

Bis dahin bleibt es weiter spannend. (by O.O.)

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