SG NARVA Berlin e.V.

Moral sichert die Punkte

SG NARVA – SG TMBW 26:23 (12:13)

Durch eine überragende Mannschaftsleistung ringt die u17 die SG TMBW mit 26:23 (12:13) nieder und hat nun das Entscheidungsspiel um die Berliner Meisterschaft gegen den Polizei SV vor der Brust

Die Vorzeichen für das Spiel waren nicht sehr gut. Ein Kreisläufer verreist, der andere total krank. Dazu kamen noch mehrere Spieler, die angeschlagen ins Spiel gingen. Es konnte einem schon mulmig werden, schließlich spielte man gegen die SG TMBW, gegen die man im Hinspiel verlor nach überschaubarer Leistung. Außerdem gestalten sich Spiele dieser beiden Teams immer wieder als wahre Krimis, wenn es um etwas geht. Letzte Saison freute sich unsere u15 trotz 5-Tore-Niederlage in Tempelhof über den besseren direkten Vergleich. Blöd nur, dass der HVB später einen geteilten 3. Platz (eben mit der SG TMBW) verkündete.

Mit dieser gewissen Brisanz merkte man den Tempelhofern schon in der Erwärmung an, die u17 richtig ärgern zu wollen. Obwohl es für sie um nichts mehr ging, pushten sie sich, als würde man noch Meister werden können. Auf der Seite der Heimmannschaft war dagegen eher eine gewisse Gelassenheit zu spüren.

Ohne großes Abtasten (man kennt sich eben) ging es auch gleich rein ins Spiel. Die Jungs schafften es wunderbar, den Ball laufen zu lassen und den Tempelhofern keine Chance zu geben, in Zweikämpfe zu kommen. Sehr schön anzusehene Tore waren die Folge, die man im Hinspiel noch vermisste, als man sich komplett in Einzelaktionen verrannte. Eine neue Qualität des Teams?

Auch die Abwehr arbeitete zu Beginn stark. Lediglich George erzielte durch gekonnte Einzelaktionen immer wieder Freiräume für sich und seine Mitspieler. Deswegen blieben die Gäste auch dran. Über 7:4 ging es zum 10:7. Innerhalb von 42 Sekunden fingen sich die Jungs dann 2 Zeitstrafen ein. Folge: 10:10-Ausgleich. Die Stimmung kippte ein wenig, denn TMBW kam über Emotionen zurück ins Spiel, angepeitscht durch die B-Jugend des PSV, die allesamt die Gäste fair anfeuerten und zu einer tollen Stimmung beitrugen.

Beim erwähnten Ausgleich musste die Grüne Karte her, um den Lauf der Gäste zu stoppen und die Jungs wieder zu fokussieren. Ruhig bleiben, sich nicht anstecken lassen und wieder mit Konzept ins Spiel finden.

Die Auszeit brachte die erhoffte Wirkung. TMBW konnte sich nicht absetzen. Trotzdem mussten wir kurz vor dem Pausenpfiff eine weitere Zeitstrafe hinnehmen und kassierten das 12:13.

Mit dem ersten Durchgang konnte man sehr zufrieden sein. Leider ließ man sich zu Unsicherheiten durch die Zeitstrafen und der gegnerischen Präsenz verleiten, was zu einer Schwächephase führte, in der man sich einlullen ließ. Kam man jedoch hinten wie vorne ins Rollen, vermochten die Gäste nichts mehr auszurichten. Zu gut und flüssig lief der Ball heute.
Die Marschroute blieb weiterhin klar: Auf die eigene Stärke besinnen und sich die Riesenchance zum Titel nicht so leicht nehmen lassen.

Der zweite Durchgang begann hervorragend trotz Unterzahl. Beim 15:14 gingen die Jungs wieder in Führung. Beim 17:15 war man bereit für die Absetzbewegung. Was danach bis zum Schlusspfiff folgte, war der Grund, warum man diesen Sport betreibt und warum Emotionen so wichtig und toll sind. 4 (VIER) freie Würfe vom 6m ließ man ungenutzt, dreimal scheiterte man am Keeper, einmal am Pfosten. Plötzlich waren die Gäste wieder da. George peitschte seine Nebenleute an und kehrte aus der Versenkung zurück. Dazu kassierte man 3-4 absolut vermeidbare Gegentore von der Rechtsaußenposition. 7 Minuten vor Schluss lag die u17 wie aus heiterem Himmel mit 18:20 zurück. Das Spiel war gedreht. Eben stellte man sich darauf ein, dass man das Schiff ruhig in den Hafen bringt und nun sah man sich damit konfrontiert, die Meisterschaft aus der Hand zu geben.

Wieder folgte die Reaktion über eine Auszeit. Doch statt hängender Köpfe und Resignation im Timeout fand man die Jungs total motiviert vor. Ohne zu übertreiben, kann man sagen, dass jedes Trainerwort überflüssig war. Die Mannschaft pushte sich selbst so extrem, dass die Trainer nur ein paar Veränderungen mit auf den Weg gaben. Philipp wieder ins Tor, George in die Manndeckung.

Was nun folgte, war das kämpferisch Beste, was die Mannschaft in der Saison zeigte. Trotz des 20:22 4 Minuten vor Schluss ergab man sich nicht. Postwendend nach dem Gegentor erzielte man selbst eins, wehrte großartig ab und erzielte wieder ein Tor. 22:22 stand es. Man merkte den Tempelhofern die Unsicherheit an. Nach dem 23:23 waren die Jungs es dann, die 2 Minuten vor Schluss in Führung gingen. Wieder spielte man eine starke Abwehr und Philipp hielt. Es war der gefühlt einzige Ball im gesamten Spiel, den er hielt. Aber er war sowas von entscheidend. Die Jungs erspielten sich nach gutem Aufbau wieder eine Riesenchance und nutzten diese auch. 25:23. Das Spiel war entschieden 30 Sekunden vor Schluss. TMBW vergab nochmal und mit der Schlusssirene war es Tobi, der zum 26:23 traf.

Es folgte in der Halle der pure Freudentaumel. Die A-Jugend und die Eltern, die uns so eifrig unterstützten, sprangen durch die Halle. Alle lagen sich in den Armen. Es herrschte kurz ein kollektiver, emotionaler Ausnahmezustand.

Jemanden aus dieser geschlossenen Mannschaftsleistung herauszuheben, würde die Gesamtleistung schmälern. Jeder einzelne hat zu diesem Sieg beigetragen, auch die Spieler, die nicht die großen Spielanteile bekommen, sich aber kompromisslos in den Dienst der Mannschaft stellen und sie weiter motivieren und ihnen zujubeln.

Einen besonderen Dank muss man dem Publikum auf beiden Seiten aussprechen, die eine unglaubliche Atmosphäre geschaffen haben. Die PSV-Spieler sprangen den wenigen Tempelhofer Eltern tatkräftig und lautstark zur Seite. Es hat wirklich riesigen Spaß gemacht, Teil des Spiels zu sein.

Die Mannschaft freut sich jetzt extrem auf das Entscheidungsspiel! Wir hoffen alle, dass die gesamte NARVA-Familie ins Horst-Korber-Sportzentrum pilgert und sich das Derby um die Meisterschaft anschaut. Die Jungs haben es absolut verdient, den Meistertitel in den Händen zu halten und sie werden alles dafür tun. (by O.O.)

Berliner Meisterschaft – Das Entscheidungsspiel
29.03.2014
19:45Uhr
Horst-Korber Sportzentrum
SG NARVA – Polizei SV

Justin Kluge, Philipp Kozik
Dennis Bellmann (6), Tobias Kroggel, Richard Rabenalt (je 5), Jonas Ansohn (4), Michael Schäler (3), Paul Rennspieß (2), Paul Neugebauer (1), Niklas Wiesner, Anton Karpe, Robert Schwarz (n.e.)

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