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Doppelaufstieg in einer Übergangssaison
- Updated: Mai 31, 2026

Nach dem knapp verpassten Aufstieg der 1. Männer in der Spielzeit 2024/2025 – am Ende fehlte lediglich ein Tor – sollte die neue Saison eigentlich als Übergangsjahr dienen. Dass sie schließlich mit einem Doppelaufstieg, dem Pokalsieg der männlichen A-Jugend und dem Einzug der 2. Männer ins Final Four enden würde, hatte jedoch kaum jemand erwartet.
Der Reihe nach: Nachdem Coach Mathias Haude dem Verein im Februar mitgeteilt hatte, künftig nicht mehr zur Verfügung zu stehen, begann die intensive Suche nach einem Nachfolger. Nach zahlreichen Absagen schien schließlich Licht am Ende des Tunnels auf. Mit Felix Rollmann konnte ein ehrgeiziger Trainer verpflichtet werden. Der einzige Haken: In der Saison 2025/2026 stand er lediglich einmal pro Woche für das Training zur Verfügung. Männerwart und eigentlich als A-Jugendtrainer vorgesehener Oliver Ostwald erklärte sich deshalb bereit, als Übergangslösung einzuspringen und den Weg für eine nachhaltige Lösung an der Seitenlinie der 1. Männer zu ebnen.
Was dann folgte, lässt sich mit einem Wort beschreiben: Wahnsinn.
Die Mannschaft arbeitete mit beeindruckender Hingabe und wusste genau, dass in der Oberliga starke Gegner auf sie warten würden. Dennoch blieb sie bescheiden, wollte neue Systeme erlernen und einen Spielstil entwickeln, der sich von allen anderen unterschied.
Vor allem die ersten fünf Saisonspiele hatten es in sich. „Wir können daraus mit 10:0 oder auch mit 2:8 Punkten herausgehen“, lautete die Devise. Doch schon im letzten Testspiel gegen die SG OSF, den Drittplatzierten der Regionalliga, gelang ein Unentschieden. Zum Saisonauftakt folgte ein beeindruckender Erfolg gegen Regionalliga-Absteiger Rudow – mit 14 Toren Vorsprung. Anschließend spielte die Mannschaft eine nahezu beispiellose Oberliga-Saison. Am Ende standen 38:2 Punkte zu Buche. Das Team gab sich nie zufrieden, wollte jedes Spiel gewinnen und möglichst dominieren. Im Schnitt erzielte die Mannschaft 41 Tore pro Partie. Die Zuschauer bekamen mitreißenden Handball geboten.
Gekrönt wurde die Saison im letzten Heimspiel mit dem Gewinn der Berliner Meisterschaft – 20 Jahre nach dem letzten Titelgewinn.

Auch die 2. Mannschaft unter Ertac Balyemez arbeitete sich nach einem schwierigen Saisonstart Schritt für Schritt nach vorne. Mit jeder Partie gewann das Team an Stabilität, gewann Spiel um Spiel und sicherte sich schließlich als Tabellenerster der Verbandsliga den Aufstieg in die Oberliga. Insbesondere die A-Jugend sammelte dabei wertvolle Erfahrungen und entwickelte sich zu einer wichtigen Stütze der Mannschaft, während sie selbst den Pokalsieg sowie den 3. Rang in der ROS errang.
NARVA verfügt damit wieder über eine Mannschaft in der 4. und eine in der 5. Liga. Was für eine Entwicklung!
Nun bleibt die Hoffnung auf stimmungsvolle Handballabende in der Palisadenstraße gegen Schwerin, Cottbus oder Usedom. Die Reise beginnt bald von Neuem – und beide Mannschaften haben sich diese Bühne mehr als verdient. (by O.O.)








