SG NARVA Berlin e.V.

Herzschlagfinale in Altglienicke

VSG Altglienicke – SG NARVA II 23:24 (12:12)

14 Frauen fanden den Weg am Sonntag nach Altglienicke, um weiter am Saisonziel 4ter Platz zu schrauben. Mit der Volkssport-Gemeinschaft hatten wir jedoch eine harte Nuss zu knacken, denn in der Rückrunde sind die Südostberlinerinnen viel stärker aufgetreten als zuvor und wir wollten somit unseren Tabellenverfolger nicht unterschätzen.

Zu Beginn hatten wir die Gastgeber kaum im Griff, die gegnerische Halbrechte zog oft an, nahm sich ihre Chancen oder wusste kurz vor dem Festmachen noch eine Anspielmöglichkeit zu finden. Die beiden Außen des Gegners waren wieselflink und konnten durch ihre Finten zu oft auf unser Gehäuse werfen. Unsere Bemühungen im Angriff waren jedoch genauso erfolgreich. Viele schnelle Bälle bis zur freien Mitspielerin, die ihre Chance meist auch im Netz unterbringen konnte. Beide Mannschaften spielten recht stabil, was der Torverlauf auch untermauerte (2:1, 3:3, 6:6). Die 2. Frauen der SG NARVA biss sich gut durch, konnte wie immer im Abwehrverbund glänzen und war im Angriffsspiel viel stabiler als in den vorherigen Spielen. Die Kontinuität und Ausgeglichenheit an Spielstärke auf der Platte oder von der Bank machte uns stark. Gerade unsere Halben stachen am Sonntag auffällig gut. War Altglienicke einen vorn, glichen wir aus. Bis zum Schlusspfiff in Halbzeit 1 änderte sich daran nichts (12:12).

Das individuelle Angriffsverhalten durch überwiegende Einzelaktionen des Gegners galt es in der zweiten Hälfte zu unterbinden und weiter den Glauben an uns aufrecht zu halten. Das klappte auch hervorragend. Zwar war nicht alles Gold was glänzt, aber das ist ja bekanntlich bei keiner Mannschaft so. Wir hielten unsere Konstante hoch und erspielten uns ganz hervorragende Abschlussmöglichkeiten, welche im Abschluss immer wieder die gegnerische Torhüterin hinter die Torlinie greifen ließ. Ebenso unsere “Küken” waren mutig und wurden mit Toren belohnt. Großes Kompliment für die gesamte Leistung! Wir konnten uns in der ersten Phase von Hälfte 2 sogar absetzen und marschierten Richtung Sieg (14:14, 14:18). In der anschließenden Schlussphase wurde es jedoch zunehmend hektisch, begründet durch Nicklichkeiten des Gegners oder krasse Fehlentscheidungen des Unparteiischen. Wir ließen uns davon zu sehr verunsichern und verloren vermehrt die Linie. In diesem Moment war es wichtig, dass wir die einfachen Tore und auch die 7m (auch wenn dies einmal “nur” im Nachwurf geschah) weiterhin kontinuierlich versenkten. Aber auch die Altglienickerinnen wussten ihre Chancen zu nutzen und kamen wieder heran. Das Spiel spitzte sich mit herablaufender Uhr immer weiter zu. Wir versuchten die Ruhe zu behalten und weiter unser Zeug zu machen. Unser Vorsprung schmolz jedoch in der zunehmend hitziger werdenden Partie auf 1 Tor herunter, konnten ihn jedoch noch über mehrere Minuten vehement erfolgreich verteidigten.

Am Ende kam es jedoch wie es kommen musste: 1 Minute vor Schluss blinkte tatsächlich der Ausgleich auf der Anzeigetafel (23:23). Nach einer turbulenten, jedoch unstrittigen Situation, flogen 2 Spielerinnen beider Mannschaften vom Platz (wahrscheinlich spaltete mal wieder jemand das Atom…), sodass die Partie mit nur 10 Akteuren zu Ende gehen würde. Ab nun hieß es wenigstens den Punkt mitzunehmen und noch einmal hoch konzentriert zu Werke zu gehen. Die VSG im Angriff, versuchte ihr Glück, wurde jedoch nicht belohnt. Die Uhr lief gnadenlos herab. Nun witterten wir unsere Chance. Eine halbe Minute war noch zu spielen. Und tatsächlich hatten wir über unsere linke Seite nochmals die Chance auf den Siegtreffer. Aber es sollte wohl nicht sein, denn dieser wurde pariert. 10 Sek. Wir konnten den Abpraller jedoch in unseren Reihen halten und mussten nun werfen. 5 Sek. Hat noch einer die Möglichkeit? So cool wie eine Eisprinzessin fasste Jana sich ein Herz und ballerte einen Wurf heraus, wie man ihn als Handballerin wohl nur einmal hervorzaubert. 3 Sek. Aus 10 m, Stemmwurf, kurz vor Schluss und sowas von Dreiangel!!! Wahnsinn… Dann: Abpfiff. Vorbei. Ein Jubelsturm brach los, dass man meinen wollte, draußen wehe ein laues Sommerlüftchen! Die 4 Männer der SG NARVA machten Kopfstand und klatschten mit den Füßen. Tobenden Beifall. Hammergeil! Dramatischer kann es wohl kaum laufen. Ein graues Haar reicher und sehr viele Nerven ärmer sank so fast jeder mit einem gewissen zittern oder einer Gänsehaut nach dem Spiel zusammen. Das ist Handball! Auswärtssieg 23:24.

Wenn ich später an einem Sonntagnachmittag aus Adlersohof mit der Bahn nach Hause schipper und in die ausdruckslosen Gesichter meiner Mitfahrgäste schaue, denke ich mir: Leute ihr habt was verpasst! Es ist eine große Lust mit diesen Mädels zu fiebern. Ich bin verdammt stolz! Bis Dienstag ;o)

Tor: Mandy Weinitschke (42% geh., 0/1 geh. 7m), Anne Schmidt (52% geh., 0/2 geh. 7m, lt. Protokoll 1 geworfenes Tor?!? :.oD), Mandy Ogrowsky (keine Spielzeit, 0/1 geh. 7m)

Feld: Frances Klammer (5/4), Stephanie Hürland (4), Jana Jaffe (4), Melanie Fries (3), Katharina Schmid (2), Sarah Fuhrmann (2), Stefanie Rähm (1), Stefanie Grunert (1), Isabell Seiler (1), Josephine Stampka, Kerstin Thomsen

AW

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