SG NARVA Berlin e.V.

Konstruktive Zerstörungswut

4. Männer – SG FES II 21:17 (9:7)

Letztes Wochenende fand das insgeheime Lieblingsspiel der NARVA IV statt. FES II war zu Gast. Gegen diesen Gegner spürt die Mannschaft schon in der Woche vor dem Spiel ein Kribbeln, redet ausführlicher und länger über den kommenden Gegner. Eigentlich weiß die Mannschaft auch, wie FES II zu besiegen ist. Aber dennoch sind die Duelle stets heiß umkämpft und zu häufig gewinnen auch die Bösen. So zuletzt im Hinspiel, als in der letzten Minute die Niederlage für die Vierte besiegelt wurde. Diese Wunde juckte noch und dementsprechend war die Motivation innerhalb der Vierten. Steffi musste somit ihre Mannschaft gar nicht mehr heiß machen. Die Mannschaft wollte den Sieg, dies spürte man schon bei der stilsicheren Erwärmung.

Diese Motivation äußerte sich in der ersten Hälfte interessanterweise in einer Zerstörungswut. Wie ein verhaltensauffälliges Kind hatte die Vierte zwar einen diebischen Spaß daran, das Spiel von FES II kaputt zu machen, allerdings vergaß die Mannschaft hierbei selber konstruktiv zu agieren, wenn es erforderlich gewesen wäre. Dadurch konnten die Zuschauer etwas Seltenes im Handball sehen. Beim Stand von 6:6 fiel über mehrere Minuten kein Tor, auf beiden Seiten. Völlig aus dem Häuschen und ekstatisch gähnten die Fanblöcke. Vermutlich waren selbst die Anhänger von FES II froh, als NARVA IV das 7:6 erzielte, weil endlich mal wieder etwas passierte. Da die Talsohle des Niveaus durchschritten wurde, fielen in den letzten Minuten ein paar mehr Tore und die Vierte ging mit einer 9:7-Führung in die Kabine.

Die Analyse in der Pause ergab sich damit von selbst. Ein paar mehr Tore würden einen Sieg sehr viel wahrscheinlicher machen.

Erstaunlicherweise schien die Vierte diesen Umstand sofort verstanden zu haben. Entgegen der Gewohnheit, die These „im Handball gewinnt derjenige, der mehr Tore wirft“ metaphysische Wahrheiten zu überprüfen, zog sie einfach auf 13:8 davon. Zwar gelang es FES II mehrmals, auf zwei Tore heranzukommen, aber die NARVA IV schaffte es, ihre körperlich resolute Defensive aufrecht zu erhalten und in der Offensive vermehrt die Lücken zu nutzen. Nach einem 17:15 brach die Vierte den Willen des Gegners und gewann letztendlich 21:17.

Fun-Fact des Spiels: Mannschaftsübergreifend hießen acht Leute Martin und einer Marvin. (by “Martin” Gill)

Kader: N.Richter, L.Mai, P.Meinert (1), M.Cordier (1), F.Gill (1), M.Kümmig (4), L.Steinmetz (4/1), S.Adrian, M.Schulze (2), R.Örtel (6/2), B. Reizner, M. Wagner (1), M.Sager (1), J. Schlienke