SG NARVA Berlin e.V.

Menschen – “Tiere” – Sensationen

Männer III – HSG Neukölln 21:16 (12:7)

Viel unwahrscheinlicher als im Fußball ist es, dass ein Spiel mit doppeltem Klassenunterschied beim Handball den “Rangniederen” zum Gewinner hat. Aber wie wir “Dompteur” Klausmeyer und seine erfahrene Truppe kennen, ist dies kein Grund, nicht doch an die eigene Chance zu glauben. Immerhin kam der Verbandsligist etwas “angeschossen” durch teils deftige Niederlagen in die Manege Gürtelstraße, während die Dritte nach vier Siegen zum Saisonauftakt ordentliches Selbstvertrauen gesammelt hatte. Seit Montag kein “online” angesetzter Referee? Kein Problem – wir hatten weder Kosten noch Mühen gescheut und für “Ersatz” gesorgt. Doch dann stellte sich Sportfreund Lörcher als Schiedsrichter vor. Im Nachhinein auch in Ordnung, denn so konnte sich in hitziger Atmosphäre wenigstens nicht auf einen “Heimschieri” bezogen werden.

Trotz der eingangs erwähnten Umstände (#Selbstvertrauen) stellte der Gegner zunächst eher die “Reserve” auf, musste dann aber schnell begreifen, dass hier rein gar keine Leckerchen zu verteilen waren. Weder der Schiedsrichter, unser Innenblock und schon gar nicht Keeper Mühlenbrock hatten Lust auf eine Übungseinheit mit Spielformen. Nach 9 Minuten musste auf Gästeseite nun etwas geschehen, um dem Geschehen nicht weiter hinterherzulaufen (4:1/Auszeit). Aber auch die Einwechslung von Kanonier Dolata prallte an der Defensivstärke des Innenblocks ab. Die Lösung über die Außen fand auch nicht die Fährte zum Erfolg, da Jasper fast immer bereits dort stand bzw. richtig antizipierte. “Milionentransfer” Castaño Colina (36) verursachte zum Ende der ersten Hälfte einen dummen Strafwurf für den Gegner, den dieser aber auch nicht nutzen konnte, um näher als auf 12:7 heranzukommen.

Also alles gut für unsere Farben, wobei jedoch schon zu erkennen war, dass die Neuköllner sich nun besser auf die offensiven Abläufe eingestellt und zudem mit Frimpong einen Keeper eingewechselt hatten, der im letzten Jahr noch in Altlandsberg (Oberliga) unter Vertrag stand.

Sofort nach Wiederanpfiff aber das gleiche Bild: Ein im Verbund hart verteidigendes Bollwerk gegen zunehmend nervöser werdende Neuköllner, die nun auch vermehrt mit den Entscheidungen des Schiedsrichters haderten, als selbst etwas an der offensiven Taktik zu ändern bzw. ändern zu können, hielt den Vorsprung bei mindestens 4 Treffern. Durchbrüche auf den Halbpositionen waren nicht möglich, Rückraumwürfe wenig erfolgreich und Versuche von linksaußen gleich gar nicht. Denn da sprang “Wildkatze” Jasper in seinem Gehege hin und her. Die Zuschauer rochen oder glaubten erst an die Sensation, als Castaño Colina aus dem letzten offensiveren Deckungsversuch der HSG “solomillo de ternera” machte, um sich schließlich mit dem Team den verdienten Applaus des Publikums abzuholen.

Fazit: Eine Runde weiter, aber zirkusreif!

Tor: Mühlenbrock, Fließ
Feld: Castaño Colina (7), Örtel (6), Bellinghausen (3/2), Brenner (2), Funda (2/1), Patzlaff (1), Reisner, Denker, Hoang, Lampert