SG NARVA Berlin e.V.

wA-Jugend meistert OSL-Quali

Nachdem in der letzten Saison die Berliner Meisterschaft errungen worden war, stand in der kurzen Pause zwischen Meisterfeier und den Qualifikationsspielen ein Umbruch an. Ein neues Trainergespann lenkt nun die Geschicke der wA und ein paar Zugänge aus der wB bzw. Abgänge in den Erwachsenenbereich waren zu verzeichnen. Wobei wirklich neu bei den Trainern nur Alexander Thurm ist. Jörg Fröhlich kennen die Mädchen ja schon aus der Vorsaison.

Nach einer kurzen Kennenlern-Phase, die mit der Meisterfeier abgeschlossen wurde, startete man in die Vorbereitung auf die Qualifikation. Ein kurzer Fokus auf das 1:1-Verhalten wurde dann abgelöst von dem Schwerpunkt 6:0-Abwehr. Letztendlich hatte man vier Wochen unter den neuen Voraussetzungen, um sich auf die Quali einzustimmen. Jetzt zu den Spielen:

Hinspiel 21.05. in Tegel

Nachdem wir uns um 13 Uhr in der Hatzfeldallee getroffen hatten, gab es zur Einstimmung einen kleinen Spaziergang. Nach der Erwärmung war nun eigentlich alles für ein gutes Spiel vorbereitet, es kam aber anders.

Die ersten zehn Minuten waren ein eng geführtes Spiel und erst nach dem 7:7 konnten wir uns erstmals mit vier Toren auf 7:11 absetzen. Leider brachten wir uns mit einem Wechselfehler und drei Zeitstrafen wegen Meckerns unnötig in Bedrängnis und konnten dadurch den Sack nicht frühzeitig zumachen. So holte Tegel beständig auf und glich zum 12:12 aus. Mit einer 13:15-Führung ging es trotz allem glimpflich in die Kabine. Leider verschliefen wir den Beginn der zweiten Hälfte komplett und über 15:16 glich Tegel abermals zum 18:18 aus. Nun produzierten wir etliche Fehlpässe und ließen uns von der 3:2:1 des Gegners zunehmend in Bedrängnis bringen. Zu wenige gut geführte Zweikämpfe und der ständige Versuch des riskanten finalen Passes sind nicht das Mittel der Wahl gegen eine offensive Abwehr. Zumal die 3:2:1 sehr unorthodox gespielt wurde und unsere Außen jede Chance zur Zweikampfführung liegen ließen. Durch diese Hektik und Unkonzentriertheit gaben wir das Spiel aus der Hand und es stand 27:23. Durch einen Kraftakt unserer Rückraumspielerinnen konnten wir sehr kämpferisch wenigstens die Niederlage noch auf 27:26 begrenzen. Jedes Tor zählt in einem Hin-/Rückspielvergleich.

Fazit: Zeitstrafen gehören zu gutem Handball dazu – siehe Spanien und Deutschland bei der letzten EM. Beide Finalmannschaften hatten die meisten Zeitstrafen des Turniers – keine einzige jedoch durch Undiszipliniertheit. Die Trainer waren etwas sprachlos ob dieser Umstände. Im Endefekt haben uns die “Routiniers” Rike (10) und Jûlie (6) das Spiel noch gerettet. Knapp 2/3 aller Tore gingen auf ihr Konto und das Team kann sich für diese starke Leistung bedanken. Beide waren maßgeblich am Endspurt beteiligt, der uns die Niederlage verschmerzen ließ. Insgesamt waren wir bis auf 10 min in der zweiten Hälfte das bessere Team. 10 min können aber alles ausmachen beim Handball…

Kader: Bürger, Kaden, Krause (3), Nischwitz, Schreiter (1), Schwenterley, Vo Cam (1), Wolff (10), Täge (6), Bäumker (2), Jahn, Meyer, Mosebach, Behrendt

Die Woche zwischen den Spielen

Das Team hatte nun gemerkt, dass die Quali kein Spaziergang ist und die Undiszipliniertheiten wurden angesprochen. Größtenteils wurde konzentriert gearbeitet und die Auslösehandlungen weiter eingeschärft. Diese waren aufgrund der kurzen Vorbereitungsphase erst in der Woche des Hinspiels eingeübt worden und wurden nun verfeinert. Uns fehlt noch die Erfahrung, welches Mittel gegen welche Deckungsform am sinnvollsten ist. Motiviert ging man dann das Rückspiel an.

Rückspiel 28.05. in der Palisadenstraße

Man hatte mit einem Tor verloren, und um sich Rechenspiele ersparen zu können, musste mit zwei oder mehr Toren gewonnen werden. Wir gingen mit einer veränderten Anfangsformation auf die Platte. Dies hatte aber nichts mit dem Training oder anderen Faktoren zu tun, sondern wir passten uns diesmal mehr der gegnerischen Abwehrformation an und konnten so auch defensiv besser auf die einzelnen Akteurinnen bei Tegel eingehen. Wachsmuth hatte uns im Hinspiel schon Kopfzerbrechen bereitet und trotz klarer Ansagen und Blocktraining konnte sie ihren charakteristischen Wurf (zur Mitte ziehen, Sprungwurf lang oben) immer wieder unterbringen. Unsere Torhüterinnen haben die Ecke trotz Ansage leider oft offen gelassen, was regelmäßig bestraft wurde. Im Rückspiel sollte dies besser gehandhabt werden.

Das Wetter spielte mit und der Spaziergang war sehr entspannt. Die Damen konnten so konzentriert die folgende Aufgabe angehen. Besonders gefallen hat den Trainern, dass nun auch vom Team aus gemeinsam sich auf die Aufgabe eingestimmt wurde und die Damen wussten, was auf dem Spiel stand. Wir gingen von Anpfiff an in Führung und gaben diese nur kurz beim 3:3 her. Über 4:4 setzten wir uns zum 11:6 ab. Ein 14:8 und 16:12 führte uns dann zum Halbzeitstand vom 18:13. Einläufer und andere Auslösehandlungen führten uns ordentlich durch die Partie. Jûlie und Rike verstanden es immer besser, das Team durch die offensive Abwehr des Gegners zu lotsen. Marie sorgte immer wieder für kurze Verschnaufpausen für beide und konnte noch zwei Treffer beisteuern. Lena setzte endlich 1:1-Aktionen gegen sehr offen stehende Außenverteidigerinnen und machte ihrerseits vier Buden.

Die zweite Hälfte wurde dann relativ routiniert gespielt. Man nahm Tempo raus und wir machten wesentlich weniger Harakiri-Pässe als im Hinspiel. Beim 26:23 kam noch mal so etwas wie Spannung auf, aber anscheinend sind die letzten 5 Minuten die Stärke dieses Teams. Ein abermaliger Endspurt führte uns zum 30:24 Endstand und Kuchen beim nächsten Training.

Fazit: Hervorzuheben sind diesmal die beiden Torhüterinnen unseres Teams. Holly bot eine ganz starke Vorstellung in der ersten Halbzeit und war somit Garant für unsere Halbzeitführung. Sophia zeigte ebenfalls eine starke Leistung und führte uns durch eine kleine Schwächephase der Abwehr Mitte der zweiten Hälfte, welche dem Kräfteverschleiß zuzuschreiben ist. Auch soll Peggy lobend erwähnt werden, die trotz leichter Ausdauerschwächen die linke Abwehrseite zugemauert und dort keine Chance mehr zugelassen hat. Jûlie und Rike machten wieder zusammen 16 Kirschen, auch wenn in einer anderen Verteilung als im Hinspiel. Das Rückspiel war eine starke Teamleistung und die Abwehr war sehr gut. Auch wenn wir noch einiges zu verbessern haben. Zudem wurden wertvolle Erkenntnisse gezogen, die dem neuen Trainer noch nicht so bewusst waren. Wir möchten uns hier auch noch mal für die volle Halle und die lautstarke Unterstützung von den Rängen bedanken. Die Kurztipps von Amor in der Halbzeit wurden auch nicht vergessen. Die Trainer sind zufrieden mit dem Team und der gezeigten Leistung, auch wenn wir uns im Hinspiel nicht belohnt haben. Tegel spielt so schon wesentlich länger zusammen als die NARVA-Formation und wir konnten beide Spiele in der Abwehr dominieren. Wenn wir uns nun noch im Angriff finden und die neue Abwehr festigen, sind wir ein Team, das es den etablierten OSL-Mannschaften schwer machen kann. (by A.T.)

Kader: Meyer, Bäumker (4), Behrendt, Bürger (3), Kaden, Krause (2), Nischwitz, Schreiter, Schwenterley (5), Vo Cam, Wolff (9), Täge (7)