SG NARVA Berlin e.V.
Aktuell

Die Geschichte vom einsamen Trainer und der einsamen Torhüterin

 

Charlottenburger HC – wD-Jugend III 5:24 (3:10)

7 Spielerinnen – so viele hatten den Weg in den Halemweg zum Spiel der wD3 beim CHC gefunden. Krankheiten und andere Verpflichtungen hinderten den Rest der Mannschaft daran, auch beim Spiel anwesend zu sein. Was bedeutete das für das Trainerduo Josi & Lukas? „Leere Bank, mehr Platz für uns“… – denkste. Da keine Schiedsrichter vor Ort waren, durfte Josi auch noch pfeifen. Also: ein Mensch auf der Bank. Ganz schön einsam kann einem da werden…

Doch nun zum Spiel: in der Anfangsphase hatten die Mädels sich anscheinend vorgenommen, die Anweisungen der Trainer frei nach dem Motto „heute ist Gegenteiltag“ zu befolgen. In der Abwehr stand man anfangs nicht gut und im Angriff hatten sich alle vorgenommen, gegen die riesige Torhüterin trotzdem nach oben zu werfen. Da Annik damit am Anfang auch zweimal Erfolg hatte, dachte man sich wohl, den Trainer jetzt Lügen gestraft zu haben. Da nun aber einige Bälle an eben dieser Torhüterin abprallten, stand es nach 8 Minuten nur 2:2.

Im Spiel hielt die Mädels vor allem die nach den ersten beiden Gegentoren nahezu unüberwindbare Abwehr. Immer wieder konnten Ballgewinne gegen die Gastgeberinnen kreiert werden, die mit der ballorientierten und beweglichen Manndeckung sichtlich Probleme hatten. Mit dem ersten Führungstreffer zum 2:3 durch Annika (9. Minute) brach der Bann auch in Sachen Torwurf. Endlich wurde der Ball nach unten geworfen – und siehe da! Da ging der Ball ja ins Tor! Hatte der Trainer wohl doch recht 😉 Bis zur Halbzeit wurde der Vorsprung auf 3:10 ausgebaut. Einer enorm starken Abwehr stand ein leider unkonzentrierter Angriff gegenüber. Abspielfehler häuften sich im ersten Durchgang und die immer wieder schwachen Torwürfe waren der Grund für die noch zu geringe Führung.

Mit genau dieser Vorgabe ging es in den zweiten Durchgang: die Abwehrarbeit genau so beibehalten und im Angriff ein verbessertes Pass- und Wurfniveau erreichen. Bis jetzt hatten alle Mädels über 20 Minuten stark gearbeitet und sollten dies auch noch 20 weitere Minuten tun. Denn auswechseln ging ja nicht.

Umso erstaunlicher ist die unfassbare Energie, mit welcher die Mädels in die zweite Halbzeit starteten. Die Abwehrarbeit war nochmal besser als im ersten Durchgang. Die zahlreichen Ballgewinne wurden nun auch durch schnelle Konter in einfache Tore umgewandelt. Ein unfassbarer 12:0-Lauf war die Folge. In dieser Phase gesellte sich zum einsamen Trainer noch eine einsame Torhüterin. Laura hatte nun ganz wenig zu tun. Kam dann doch mal ein Ball aufs Tor, hielt sie diesen souverän und zeigte, wie schon im Spiel gegen Pro Sport, eine überragende Leistung. Erst in der 36. Minute, als nun langsam die Kräfte bei den Mädels nachließen, konnte der CHC noch zum Torerfolg kommen. So endete das Spiel nach noch zwei eigenen Treffern und einem fünften Gegentor beim Stand von 5:24.

Fazit: Eine tolle Mannschaftsleistung, vor allem in der Abwehr! Und das ohne Wechselmöglichkeiten! Es ist schön zu sehen, dass alle bereit sind, die weiten Wege in der Manndeckung zu gehen und immer wieder versuchen, den Ball zu erobern. Die Defensive entwickelt sich zum echten Prunkstück der Mannschaft. Im Angriff liegen weiterhin große Entwicklungspotenziale, die es im Training der kommenden Wochen weiter auszuschöpfen gilt.

Zu guter Letzt das erfreulichste des Tages: 3 Kuchen hat sich die Mannschaft verdient! Kuchen Nummer 1 kommt von Josi, die vor dem Spiel angekündigt hatte, bei einem Sieg mit nur 7 Spielerinnen einen Kuchen zu backen. Kuchen Nummer 2 und 3 kommen von Annik, für das 20. Tor des Tages und 10 eigens geworfene. (by LT)

Für die SG NARVA spielten: Laura – Annik (10), Emilia (4), Hannah (4), Helena (4), Annika (2), Lia