SG NARVA Berlin e.V.
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Die launische Diva grüßt erneut

 

VfL Tegel – 1. Männer 23:21 (15:12)

Vermeintliche Spitzenspiele schreiben oft die kuriosesten Geschichten. Eine davon erlebte der geneigte Zuschauer (wohl um die 80 waren anwesend) in der Hatzfeldtallee am Freitagabend. Frisch blitzend zeigte sich die altehrwürdige “Hatze” nach der Grundsanierung und sollte den Boden für ein zwar handballerisch nicht berauschendes, jedoch “abwechslungsreiches” Match zweier Teams bereiten, die wohl auch am Ende der Saison um die Vergabe der vorderen Plätze ein gewichtiges Wörtchen mitsprechen dürften. Beide Vertretungen (Tegel 2 Minuspunkte/ NARVA 4) bewarben sich im Nachholspiel entsprechend um eine gute Ausgangsposition für dieses Ziel.

Wie in der Vorwoche (Lichtenrade) übernahm unsere Mannschaft sofort die Initiative, führte nach 10 Minuten mit 4:8 und nach 15 mit 5:9. Eine wahre Flut von Sanktionen folgte, deren Berechtigung selbst dem neutralen Zuschauer auf der Tribüne teilweise verborgen blieb, nachdem der Gastgeber zum 7:9 aufgeschlossen hatte. Nun kippte das Geschehen zugunsten des VfL, der zwischen Minute 17 und 23 stets in Überzahl (teils doppelt) agieren durfte. Gleiches “Ma(a)ß” wurde hier kaum gehalten. Diese “Klinke” drückte der Gastgeber gern, ging durch die offene Tür und stellte sogar auf 13:9, während unsere (junge) Truppe völlig konsterniert ihrem Selbstverständnis beraubt war. Bis zur Pause, also in Gleichzahl, gelang wenigstens der Anschluss zum 15:12.

Es galt nun zu akzeptieren, dass auch Schiedsrichter im Spiel mal eine ganz schlechte Periode haben können. Im Vertrauen, die fast schon obligatorische, eigene Schwächephase hinter sich zu haben, ging es in Halbzeit zwei.

Aber auch hier geriet man schnell in Unterzahl, sodass der Gastgeber wieder auf vier Treffer (19:15/37. Minute) einteilen konnte. Von nun an verteidigte unsere Mannschaft grandios und ließ in der verbliebenen Zeit noch drei Treffer aus dem Feld zu. Allerdings muss man sich für diese gute Arbeit auch belohnen. Möglichkeiten dazu waren durch die ebenfalls stabile Tegeler Deckung zwar nicht massenhaft, aber in ausreichender Anzahl vorhanden. Treffer ans Gebälk bei Tempogegenstößen, zentrale Abschlüsse bei Durchbrüchen oder einfache Fehler in der Vorwärtsbewegung beschreiben, warum die Reinickendorfer beim 21:16 (48.) fast schon vorentscheidend in Vorteil “gerieten”. Nach einer Auszeit das gleiche Bild: Aufopferungsvoller Kampf beider Defensivreihen, wobei unsererseits öfter die Lücke gefunden wurde. Um das Spiel komplett drehen zu können (21:19, 22:21), fehlte schließlich die Übersicht, sodass der VfL eine halbe Minute vor dem Spielende per Strafwurf die Partie entschied.

Fazit: Wenn man den Lolli zu lange hinhält, darf sich nicht gewundert werden, wenn der Gegenüber dann auch mal zuschnappt. Dass die 1. Männer die Qualität besitzt, ganz vorn mitzuspielen, hat sie mit der Schöneberger Ausnahme in jeder Begegnung gezeigt. Die emotionale und damit auch sportliche Wellenbewegung innerhalb der 60 Minuten benötigt noch der annähernden Glättung, um “seinen Stiefel” konstanter durchzuziehen.

Am Sonntag, um 12 Uhr, geht es im Pokal dann in der Wedellstraße beim BFC Preussen III weiter.

Tor: Kasburg, Kozik, Balyemez
Feld: Teller, L. (5/3), Basler (4), Lajeunie (3), Patzlaff (2), Bellmann (2), Heinisch (2), Buchwald (1), Kremser (1), Karpe (1), Surrow, Reitzig, Ce.

Strafen: 3/6
7m: 4/4 – 5/3