SG NARVA Berlin e.V.

Emotionen, wir brauchen Emotionen!

TuS Hellersdorf – 1. Männer 26:27 (13:15)

Und welcher Ort in “Verbandsliga-Handball-Berlin” eignet sich am besten für ein Fest eben jener Emotionen? Die Eilenburger Straße ist am Sonntagabend ein ganz besonderes Pflaster, wo Handball auch von den Zuschauern gelebt, sich vielleicht auch mal über Gebühr für das Heimteam echauffiert wird. Aber genau das will man als Sportler. Ein mitgehendes Publikum, das wie die Mannschaften auf dem Feld alles gibt.

Mit ausgedünntem Kader reiste die 1. Männer an den östlichen Berliner Stadtrand. Felix Teller (Knieprobleme), Tom Plaul (Knochenhautentzündung) und Jan Heinisch (Studienreise) waren nicht an Bord, sodass die fehlenden Alternativen über die Emotionen kompensiert werden mussten. Trotz eines guten Starts (3:6/10. Minute) blieb das Geschehen über weite Strecken nicht nur der ersten Hälfte immer auf Augenhöhe. Zwar zeigte unsere Vertretung die bessere Spielanlage, verteidigte solide, kassierte jedoch “vermeidbare” Tore gerade von den Außenpositionen, die eine Absetzbewegung verhinderten. Mit etwas Glück ging die ausgeglichene erste Hälfte mit einem leichten Vorsprung in die Pause.

Nach Wiederanpfiff grundsätzlich das gleiche Bild, nur mit einer Besonderheit: Jetzt kamen die Emotionen ins Spiel. Das Publikum hatte speziell unsere Nummern 11 (Kremser) und 13 (Patzlaff) ins Visier genommen und erntete besonders vom Erstgenannten tatsächliche Reaktionen. Ein Augenschmaus der Fremdmotivation! Währenddessen schlich sich Hellersdorf nicht nur heran, sondern konnte eine Phase der Überzahl sogar nutzen, um mit 20:18 (42.) in Führung zu gehen. Wieder vollständig übernahm jedoch NARVA das – wie schon erwähnt – ausgeglichene Spiel, bevor in der 48. Minute (21:21) Kremser und Muth zeitgleich zum Abkühlen geschickt wurden. Erfrischt kam aus dieser Pause nur der Gast, profitierte nun von schlecht vorbereiteten Abschlüssen der Gastgeber, die zum 23:25 (56.) führten. Als dann auch noch Coach Haude für Reklamieren eine Zeitstrafe kassierte, schien die Begegnung für viele Zuschauer entschieden. Echte “Experten” waren da jedoch gegenteiliger Meinung. NARVA konnte diesen Vorteil nämlich nicht vorentscheidend nutzen und musste in der 59. Minute den Ausgleich (26:26) hinnehmen.

Fast 90 Sekunden noch zu spielen. Der quälend lange Angriff wurde von den Schiedsrichtern mit dem Vorwarnzeichen des Passiven Spiels begleitet, bevor eine Zeitstrafe angezeigt wurde, jedoch nicht zur Geltung kam, da zuvor das Time-Out gelegt wurde. Kremser positionierte sich danach hinter dem “Schirm” und schweißte den Ball in den Knick. Auszeit Hellersdorf 10 Sekunden vor Schluss. Danach tatsächlich noch eine freie Wurfchance von der linken Außenposition, deren Heber aber abgewehrt werden konnte.

Jubel auf einer Seite, betretene Gesichter mehrheitlich auf der Tribüne und beim Ausrichter, dem vielleicht nur ein Pfiff zum Unentschieden fehlte. Danach hatten sich trotzdem alle lieb. So ist Handball!

Tor: Kozik, Balyemez
Feld: Kremser (6), Henschel (5), Teller, L. (5/3), Lajeunie (3), Basler (3), Patzlaff (3), Reitzig, Ce. (1), Buchwald (1 – stimmt nicht, aber er will es unbedingt), Schäler