SG NARVA Berlin e.V.

Revanche geglückt, aber wie…

TuS Hellersdorf II – 2. Männer 25:26 (8:12)

Viel brauchten die Trainer vor dem Spiel nicht sagen, denn jedem Spieler waren die desaströsen 48 Minuten vor drei Wochen noch im Kopf, als dem Hellersdorfer Gast der Sieg auf dem Silbertablett serviert und erst in den finalen Minuten das Geschenk zurückgefordert wurde (29:32). Also sollte der wohl finale Schritt zum “Klassenerhalt aus eigener Kraft” gemacht (Blick nach oben) und ganz nebenbei das Ergebnis der Vorsaison (18 Punkte) schon bei noch 5 ausstehenden Spielen getoppt werden.

Torarm wie die ersten Minuten des Hinspiels begann die Begegnung. Mit dem Unterschied, dass wir wesentlich konzentrierter in der Deckung agierten, den Gegner zu Abschlüssen aus dem Rückraum zwangen, die kaum Erfolg versprachen. Vorn lief es jedoch wie vor drei Wochen: Die Auslösen versandeten durch Unkonzentriertheiten. Und wenn dann doch der Durchbruch gelang, stand der Pfosten im Weg. (2:2 nach 10 Minuten). Weiter arbeitete die Defensive vor einem gut aufgelegten Balyemez hervorragend. Immer, wenn nach links abgeräumt wurde, klingelte es im Hellersdorfer Kasten. Warum dennoch oftmals eine andere Variante gewählt wurde, bleibt rätselhaft. Immerhin setzten wir uns nach dem 6:6 langsam – sehr langsam – auf 7:9 ab, als Routinier und Abwehrchef Hagen auch vorn kurz mal zeigte, wie man die gegnerische Abwehr knackt. Und jetzt hatte der “Rest” auch begriffen – 8:12 und Strafwurf mit der Pausensirene. Sportfreund (ü35) Fehling betrat die Spielfäche und sicherte dieses Resultat gegen den sichtlich nervösen Schützen. 😉

Das war offensiv bisher noch nicht annähernd das Optimum, obwohl Beachtung finden sollte, dass die Angriffsformation oftmals ein Durchschnittsalter von 20 Jahren hatte. Rohrbeck wurde mehr Verantwortung zugesprochen, da Terreau und Rucht heute eher einen gebrauchten Tag erwischt hatten.

Und der 18-Jährige zeichnete mit seinem Drang zum Tor für den Ausbau der Fühung verantwortlich. Entweder fand er den besser postierten Nebenmann oder zog den Strafwurf (13:19). Die folgende Verletzung brachte jedoch wieder Unruhe in unsere Reihen. Balyemez bekam keinen Ball mehr zu fassen, und der Gastgeber konnte von unvorbereiteten Würfen per Gegenstoß profitieren. Auch der bei Würfen aus dem Feld glücklose Fehling konnte zwar einen weiteren Strafwurf parieren, den Ausgleich jedoch nicht verhindern. Kühler Kopf/Charakter der jungen Truppe war nun gefragt, als TuS auf 21:21 (50. Minute) stellen konnte. Fast immer wurde nach Ausspielen der Auftakthandlungen die Lücke auf der rechten gegnerischen Abwehrseite gefunden, wenn nicht undiszipliniert abgebrochen und “draufgeballert” wurde. Zwangsläufig wurde es also eine enge Begegnung bis in die Schlusssekunden (25:26). Balyemez entschärfte einen Konter, bevor von der Bank nur noch Rufe laut wurden: “Jonas, Jonas – ruhig!” Einer der beiden Vornamen auf unserer rechten Seite stoppte die zweite Welle daraufhin, während der Franzose ihm den Pass in den vermuteten Lauf vorlegen wollte = Einwuf für den Gegner, der neun Sekunden vor dem Schluss die Auszeit legte. Bis zu einem Freiwurf wurde verteidigt, der dann über das Tor gesetzt wurde.

Fazit: Hier gewinnt nicht jeder. Und schon gar nicht eine größtenteils so unerfahrene Truppe, die der Dauerbeschallung durch Trommeln schließlich widerstand. Und das ist am Ende wichtig: Runterkommen, wenn man vorher totalen Mist gebaut hat, um dann aber über das gebundene Spiel einzunetzen!

Tor: Balyemez (1.-42. und 50.-60.), Fehling (42.-50.)
Feld: Reitzig, C. (11/5), Teller, L. (5), Rucht (3), Ansohn, Jonas (2), Csikós (2), Hagen (2), Terreau, Jonas (1), Rohrbeck, Surrow, Wittstock, Meinert, Wachow

Strafen: 3-3

7m: 7/3 – 6/5